Rauschen

Alles will ich rauschen hören.
Gefilde und Licht,
Stille und Sprache.
Den Blaumeisenflug unter dem
Schatten des Kirschbaums.
Mit allen Sinnen will ich
an die Wurzel der Frühlingsluft vordringen.
Ich will dem lauten Ruf der Amsel
ein Bett in meiner Sehnsucht aufschlagen,
ehe der Nachmittag dunkelt.
Bis die Märzenbecher an
hundert Stellen musizieren, harre ich aus.
Alles, alles will ich rauschen hören.

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März.

Schwarze Federn kolorieren die Schatten einer Leinwand. Stille Berge wehen sonnenwärts. Violett an weißen Blütenkelchen, deren Lichter noch farblos liegen. Die Tiefen formen meine sandigen Fingerspitzen wie Spuren knarrender Räderwerke. Pfade werden passiert. Lüfte, Wolken – noch unausgesprochen; irgendwer hält sie fern und immer dunkler in den Horizont.

Dann Krokusse an lavendelfarbenen Hölzern, die zerbrechen. Zwischen den Grashalmen balancieren zuweilen welke Blätter; der Winter nahm sie nicht. Im Bund umherwandelnder Scherben steigen ringsum Strahlen in den Vormittag. Märzenbecher trennen in azurner Tönung Himmel, Häuserschar und falben Hain. Die Blicke führen weit und sind im Stundentakt ein ganzes Meer. Du vergisst, dass du Segel brauchst; nimmst die ersten lichten Träume dafür. Im Tiegel liegt das unberührte Blau. Zwei erahnte Pinselstriche, die du entlässt. Davoneilend, mit den Saiten deiner Vorstellung.

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