Buchveröffentlichung – Herzweise

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich sehr, dass ich an dieser Stelle die Veröffentlichung meines ersten Buches bekanntgeben darf. Wie den Vorabankündigungen bereits zu entnehmen war, handelt sich dabei um eine Anthologie, welche in gemeinschaftlicher Arbeit mit den höchst begabten Lyrikerinnen Hannah Buchholz, Simone Lucia Birkner, Diana Jahr und Sandra Blume entstanden ist.

Ich freue mich über eure Unterstützung und lade herzlich dazu ein, selbst auf Reisen zu gehen – eine Reise durch 100 Gedichte, versammelt auf 152 Seiten.

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel zu kaufen, beim Verlag in der Lindenstraße oder wahlweise bei Amazon zu bestellen.

Euer Á.M. Perezáno

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Fünf Autoren haben alle Regler heruntergefahren und abgeschaltet. Dann haben sie gelauscht. Herausgekommen ist der im Verlag in der Lindenstraße erschienene Sammelband „Herzweise – 100 Gedichte der Gegenwart“, dessen Leitmotiv die Stille ist: „Gestrüpp der Stille“ (Simone Lucia Birkner) – “unzählige Arten der Stille” (Sandra Blume) – “Dunkelheit. Stille“ (Hannah Buchholz) – „dieses leise klirren in der stille“ (Diana Jahr) – „stille – dieser letzte aller verse“ (Á. M. Perezáno). Sie kommen auf leisen Sohlen daher, diese 100 Gedichte, unaufdringlich, präzise, aufgeschlossen für das Unscheinbare. Er wolle einen Schatten pflanzen, ist bei Perezáno zu lesen, Birkner schreibt von zusammengekehrtem Stundenlaub, Blume vom Licht zwischen ihren Fingern, Buchholz vom Kaffee im Morgennebel, Jahr von der Weichheit der Hornisse und einer Mondbraue. 100 Gedichte zum Hinhören und Hinsehen. 100 Gedichte zum Entschlacken. 100 Gedichte, die herzweise dem Hier und Jetzt abgelauscht sind.

Reinhard Ammer

Mail-Anhang

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Lyrik-Anthologie ›Herzweise‹

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich sehr, euch darüber informieren zu dürfen, dass im Herbst dieses Jahres eine Anthologie im Münchner Verlag in der Lindenstraße erscheinen wird, welche ich gemeinsam mit den aufgeführten und von mir außerordentlich geschätzten Autorinnen initiiert habe. 100 Gedichte der Gegenwart sollen darin versammelt werden und die Vielstimmigkeit moderner Lyrik beredt vor Augen führen.
Gern möchte ich dazu ermutigen, die Seiten der beteiligten Autorinnen zu besuchen, denn dort finden sich wahrlich allerhand ansprechende, von Passion und Ratio gleichermaßen fundierte Verse.

Weitere Informationen werden in Bälde folgen.

Herzliche Grüße
Euer Ángel

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Reflexionen: Körper und Visualität

Was wir zurzeit in den Medien und in der Populärkultur erleben, ist die totalitäre Herrschaft des Körpers. Es geht jedoch nicht um einen lebendigen, berührbaren, fragilen Körper, ein Konglomerat von Empfindungen, Zuständen und ambivalenten Erlebnissen, sondern um eine darstellungsversessene Imagination, um ein verlogenes Abbild – eine vielleicht im tiefsten Erdreich der platonischen Höhle anzusiedelnde Karikatur. Unsere Körper sind uns wegen ihrer medialen Ominpräsenz und ihrem Übermaß an Verbildlichung fremd geworden, und wir erkennen sie nicht mehr als das uns Zugehörige, als das Essenzielle an. Sie sind zu ästhetizistischen, artifiziellen Zeichenarrangements verkommen, die auf nichts verweisen als sich selbst.

Über das ‚vage Empfinden‘

Gedanken zum Stundenbuch

Generell ist es so, dass die Stundenbuch-Reflexionen wohl immerzu in einem ‚vagen Empfinden‘ verharren; sie loten das (noch) Sprech- und Sagbare aus, indem sie die Fragilität des Verhältnisses von Welt und Sprache als einen Problemfall ausstellen. Was zurückbleibt, ist eine Ahnung, nicht mehr als eine Spur des Wirklichen, um die das poetische Sprechen kreist.

Man könnte zugleich die Hypothese aufstellen, dass die poetische Literatur mit ihrem subjektiven Sprechen immerzu mit Ahnungen operiert und diese für das Zustandekommen einer ‚vagen Empfindung‘ basal sind. Zumindest der poetische Prozess scheint mir essenziell auf das Unvorhersehbare, das als Behauptung sich
gebärdende Ungewisse gestützt zu sein. So wird der Nährboden für einen Effekt bereitet, den wir als einen Einsichtsmoment charakterisieren können: Aus der Ahnung entwickelt sich eine Gewissheit oder ihre Negation. Das Subjekt wird mit sich selbst konfrontiert, es durchlebt den Akt der (Selbst-)Erkenntnis. Dieser Prozess, im Rahmen dessen das Subjekt seine Stellung zu sich selbst und der Welt realisiert, mag als ein Prozess der ‚Überwältigung‘ bezeichnet werden.

Aber wird das Subjekt nicht zu allererst durch sein eigenes Sprechen überwältigt – jenseits jedweden Realitätsbezuges? Ist es nicht die magische Erkenntnis der spezifischen Eigenheit des Subjekts, die im poetischen Text geleistet wird?

Ich möchte hierbei die Annahme aufwerfen, wonach das Subjekt in der Art Literatur, die wir betreiben, primär von der Einsicht in die eigene Identität (respektive deren Gebrochenheit oder Unvollkommenheit) ‚überwältigt‘ wird.
Erst aus diesem Prozess der (positiven oder negativen) Einsicht entsteht die poetische Dramatik, die sich oftmals in eine Dialektik des Seins kanalisiert.
Ist demnach die ‚Überwältigung‘ des Subjekts nicht als Grundlage des poetischen Sprechens zu betrachten?

Wieder-Holen/Erinnern/Vergessen

Möglicherweise haben unsere Bemühungen, das Vergangene ins Gedicht zu holen, primär das Ziel, etwas zu verschleiern und in die Unklarheit, ja in eine fruchtbare Ambivalenz zu führen.

Denn oftmals scheint sich das Gedicht an das Vergessen zu erinnern, das es benennt, also zugleich an die unausgesprochene Schwierigkeit einer zeitlichen Kontinuität, die als Hypothese der Dialektik von Erinnern und Vergessen fungieren muss.

Oder aber das Gedicht macht uns vergessen, dass es selbst aus Erinnerungen besteht, eine übersteigerte, fiktionale Wieder-Holung des de facto Unwiederholbaren ist, also aus einer neubeschworenen Gegenwart zu uns spricht, die ihre Anbindung an die Vergangenheit durch die erdrückende Präsenz der Schrift verschleiert.

Was aber kann das Gedicht wieder(-)holen als seine eigene, immergleiche Gegenwart, die auf nichts anderes als sich selbst verweist?

Einer Freundin zugedacht (IV)

Ich möchte deinen Satz „Kunst kann immer nur im Jetzt ansetzen“ herausgreifen, um ihm einige Überlegungen beizustellen, von denen ich mir selbst mehr Klarheit im Bezug auf das Schreiben verspreche.

In den letzten Monaten war die Arbeit am sogenannten „Jetzt“ gewiss die kräftezehrendste und schmerzlichste Aufgabe für mich, führte sie doch zielsicher in die Aporie. Wir meinen häufig, das Jetzt sei das einzig Greifbare, Vorhandene, Reale, doch gleichzeitig sehen wir, dass es keine Möglichkeit gibt, diesem Zeit-Punkt unmittelbar habhaft zu werden, weder durch die Kunst noch durch die Wissenschaft.

Und noch während wir im vermeintlichen Jetzt schreiben, verflüssigt sich dieser hypothetische Ausgangspunkt, den wir quasi schreibend – von einer Spur ausgehend – konstituieren. Das Jetzt ist gewissermaßen der elastische, halbtransparente Rahmen, welchen wir unserer Arbeit an der Zeit aufzwängen.

Vielleicht ist also das Jetzt lediglich die notwendige (lindernde) Fiktion, um überhaupt irgendetwas beginnen zu können, – die notwendige Voraussetzung einer eigentlich nicht vorauszusetzenden Gegenwart?

Einer Freundin zugedacht (III)

Sehr oft habe ich im Rahmen meiner poetischen Arbeit darüber reflektiert, wie das Vergangene, das Unwiederbringliche zu handhaben sei. Immer stieß ich dabei auf die Kunst, auf nichts als die Kunst.
Wenn wir vom Unwiederbringlichen sprechen, gibt es sicherlich graduelle Abstufungen, die in ihrer jeweiligen Ausformung ganz unterschiedliche Anforderungen an uns stellen.
Der Tod ist freilich nicht mit dem Abbruch einer zwischenmenschlichen Beziehung oder dem Ende einer Liebe zu vergleichen. Dennoch scheinen mir die Gedankengänge und Zweifel, die Agonien und Schmerzen in eine ähnliche Richtung zu weisen.
Es ist eine Richtung, die uns mit der erdrückenden Frage konfrontiert, wer wir sind. Und vielleicht ist dies erst der Moment, in welchem die Kunst ihre Geburtsstunde erlebt.

Neuer Gedichtband: Ein halbes Lichtjahr

Meine geschätzte Dichterfreundin Hannah Buchholz legt mit ihrem neuen Gedichtband ›Ein halbes Lichtjahr‹ eine poetische Annäherung an die zentralen Schwerpunkte und Problemfelder des Lebens vor. Lyrisch verdichtet und gleichermaßen beredt erkundet Hannah Buchholz die komplexen Strukturen und Implikationen der Liebe, der Sehnsucht, des Verlustes und der Melancholie. Ihr Fokus liegt primär auf dem Versuch, das menschliche Sein und Empfinden in seiner Wechselwirkung mit Zeit, Raum, Sprache und Natur offenzulegen. Das ›halbe Lichtjahr‹ wird dabei als Chiffre für die Unmöglichkeit gesetzt, gefühltes Verlangen mit erlebter Wirklichkeit übereinzubringen – eine Unmöglichkeit, die im Gedicht neu verhandelt und schließlich transzendiert werden soll.

Der Gedichtband ist u.a. über Amazon zu erwerben.

LYRIK-BLOG HANNAH BUCHHOLZ


ISBN-9783944716107(1)



Liebe LeserInnen,

heute erscheint mein neuer Gedichtband „Ein halbes Lichtjahr“,
illustriert mit wunderbaren Bildern der Künstlerin Greta Rief.

Greta Rief hat die Illustrationen eigens für diesen Gedichtband angefertigt.

An dieser Stelle nochmal meinen allerherzlichsten Dank, liebe Greta!

Dieser Gedichtband kann ab sofort bei mir oder in jeder Buchhandlung bestellt werden.

Herzliche und sonnige Grüße,

Hannah

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Die Aufgabe der Poesie. Eine Kritik

Zuweilen ist es notwendig, sich der tatsächlichen Aufgabe der Poesie rückzuversichern; dies geschieht im öffentlichen Diskurs, der immer stärker auf die Leserperspektive zugeschnitten ist, leider viel zu selten. Obendrein scheinen sich die Parameter für die Beurteilung dieser so wichtigen Sprachkunst in den letzten Jahrzehnten verschoben zu haben. Diese Verschiebung hat zu einem Prozess der Entsubjektivierung in der Poesie geführt, einer Übergewichtung der Technik zu Lasten des Spektrums persönlicher Empfindungswelten.
Wenn wir jedoch die Frage aufwerfen, was es mit dem Wesen des Poetischen auf sich hat, gelangen wir zu einer konträren Erkenntnis: Die Poesie ist keine belanglose Spielerei mit Worten und kein reines Erkenntnisinstrument; die Poesie ist das ganze Leben! Sie ist eine Gesamtheit von Ausdrücken, Äußerungen, Gedanken und Wahrheiten.

Die Poesie setzt ihrem Wesen nach beim Individuum an, das immer eine Geschichte und eine Stimme besitzt. Ohne diese Stufe der persönlichen Rückbindung greift das Gedicht, greift das lyrische Werk zu kurz.
Das Subjekt aus der Poesie herauszubrechen bedeutet, ihren zentralen Ausgangspunkt zu unterminieren. Die vollständige Marginalisierung des Subjektes, die seit Jahrzehnten auf Kosten der tatsächlichen Kunst betrieben wird, mag dabei ein Resultat postmodernen Denkens sein. Ein Denken, das nach und nach alles ausgemerzt hat, was an Persönlichem in der Kunst vorhanden war.

Und doch wissen wir, dass Worte, die wir aus uns herausstellen und in eine lyrische Form überführen, immer etwas Bedeutendes zu sagen und aufzuzeigen haben. Es handelt sich um mehr als nur eine politische Bemerkung oder eine Kritik an der Gesellschaft, die den Koventionen des Zeitgeistes entspricht; es geht um nicht weniger als das Leben, um einen emphatischen Begriff des Er-lebens. Wenn wir aufrichtige Poesie schaffen, werfen wir mit unseren Versen Schlaglichter auf die Wirklichkeit und versuchen sie dadurch transparent zu machen. In jeder Silbe liegt der Wunsch, die Verfasstheit unseres Lebens mit Vernunft, Emotion und Instinkt zu durchleuchten. All dies ist mehr als sprachliches Handwerk; es ist die authentische Äußerung eines Individuums über sich selbst, die durch nichts zu ersetzen ist. Es ist das Porträt eines Menschen, der sich im Spiegel seiner Worte erkennt.

Ein zentrales poetisches Anliegen

Gute Gedichte unternehmen zumeist den Versuch, aktiv zu differenzieren – und dies ungeachtet ihrer formalen Strukturiertheit. Dies ist für das Ziel der Dichtung – die Schöpfung individueller Ausdrucksformen und Werte – unerlässlich, wie mir scheint. Immer wieder gilt es zu differenzieren, nach Klarheit und Präzision zu streben, um nicht im Allerlei generischer Begriffe zu verweilen.

Einer Freundin zugedacht (II)

Gerade im Gedicht ist es uns vergönnt, an einer Liebe zu bauen, deren Fundamente unumstößlich sind. Keine Banalität vermag an ihrem Antlitz zu kratzen, keine Verstimmung lehrt sie zweifeln. Sie ist wahrlich in Stein gemeißelt, eine ewige Skulptur des Geistes, gewappnet gegen die Bürden der Zeit. In jeder ihrer Gebärden liegt die Gewissheit: Sie überdauert. –

Zur Musikalität der Farben

Die Lyrik bestimmt sich als eine Kunst, in welcher Inhalt und Form in eine fruchtbare Wechselbeziehung eintreten. Die Verse leben demgemäß nicht einzig von ihrem expliziten Sinngehalt, sondern gleichermaßen von ihrer inneren Klangfarbe und Musikalität. Blau, Grün, Orange – dies sind mehr als nur visuelle Qualitäten. Jede dieser Farben verfügt über eine lautlich-materielle Ebene, also über einen spezifischen Klang, über eine einzigartige Musik, die sich von konventionellen optischen Assoziationen abgrenzt. – Im Gedicht sind die Farben zugleich Bilder und Klänge. In ihnen zeichnet sich damit ein genuin synästhetisches Gestaltungsprinzip ab.

Programmatisches III

Was bedeutet es, eine schlichte, doch zugleich kultivierte Poesie zu entwerfen? Eine Poesie, die sich nicht indifferent gegenüber den Sehnsüchten der Menschen nach Schönem zeigt?
Ich vertrete die Ansicht, dass die Poesie – vor allem in Zeiten, in denen es keine »Metaerzählungen« mehr gibt – eine ganz basale Aufgabe zu erfüllen hat. Sie muss einen ästhetischen Gegenpol zu den leblosen Mechanismen der Alltagswelt bilden und den Menschen zurückführen in eine emphatische Vorstellung des Mensch-Seins. In ihrem bescheidenen Dienst für die Menschheit liegt die Berechtigung der Poesie. – Als schlicht erweist sie sich aufgrund ihrer Forderung nach Einfachheit, Klarheit und Verständigung. Kultiviert erscheint sie im Hinblick auf den zu schaffenden Mehrwert für eine spezifische Gemeinschaft, worin gleichsam ihre identitätsstiftende Funktion begründet liegt. – In der Poesie steht demnach immer das Höchste auf dem Spiel: die causa finalis des menschlichen Lebens.

Die Aufgabe des Schaffens

Wir alle, die wir streben und rastlos sind, benötigen eine Aufgabe, ja eine Berufung, welcher wir uns bedingungslos zuwenden können. Erst wenn wir nicht mehr nach Sinn und Berechtigung jener Aufgabe fragen, beginnen wir, aus tiefster Herzenskraft zu schaffen. Werk und Künstler sind dann nicht mehr zu trennen, – denn sie sind eins geworden.

Die ewige Frage…

Gibt es »Wahrheit« unabhängig von Sprachen und Begriffssystemen?

– Diese Frage erscheint mir wie ein Paradoxon, müssten wir uns doch, um ihrer habhaft zu werden, zunächst in ein solches Begriffssystem hineinbegeben, welches konkreten Regularien und Verständigungskonventionen unterliegt. Um demnach eine sprachunabhängige „Wahrheit“ zu postulieren bedürfte es wiederum einer begriffsgestützten Argumentation. – Die argumentativen Methoden stünden folglich mit der zu verifizierenden These in einem kontradiktorischen Widerspruch.

Programmatisches – II

Vielleicht liegt das romantische Moment meiner Kunst darin, dass sie sich stets nach dem Anfang sehnt – der numinosen Schau einer Ersten Poesie –, denn aller Fortschritt bedeutet Differenzierung, bedeutet Teilung und Abkehr…

Mein ganzes Leben ist Poesie – ein unabschließbares Streben nach Hervorbringung wahrhafter Dinge.

Kritik der Kunst

Sprechen wir überhaupt von derselben Sache, wenn wir über »Kunst« sprechen? –
Gibt es hierin keine Übereinstimmung, so erscheint jede Diskussion von vornherein unnütz. Gerade um über Kunst sprechen zu können bedarf es einer gemeinsamen Bezeichnungsgrundlage, die sowohl Prinzipien als auch Erscheinungsformen des Diskussionsgegenstandes umfasst. Die zu besprechende Sache muss also eingegrenzt werden, um allen Sprechern einen gleichgearteten Anknüpfpunkt zu liefern und eine allgemeine Vorstellung des jeweiligen Sujets zu offerieren.

»Kunst liegt im Auge des Betrachters.« – Dieser in unserer postmodernen Gesellschaft fest internalisierte Topos erweist sich als ein Zeugnis der Unfähigkeit. Die Rede ist hierbei von der Unfähigkeit, sich einer gemeinsamen Auffassung zu verpflichten. Darin steht klar und deutlich festgeschrieben, dass man außerstande ist, darüber zu urteilen, was genau nun als Kunst zu bezeichnen sei und was nicht. Kurzerhand erklärt man diese Frage daher zu einem Problem der »subjektiven Empfindung«. Das profunde Urteil des Verstandes wird durch ein banales Geschmacksurteil substituiert. Dieser Unsinn ist es, welcher der postmodernen Kakophonie Tür und Tor öffnet! – Um zu einem fruchtbaren Diskurs über die Kunst zu gelangen bedarf es konkreter, allgemeiner Kriterien, die als Maßstab der Kritik/Reflexion taugen. Das Moment der intuitiven Attraktion darf nicht als ultima ratio einer profunden Kunstkritik herhalten.