kindheit

nachmittagssonne

über dem alten garten

wie in den stein geritzt schimmert das licht

zwischen brüchigen fugen

in den schatten des apfelbaums

malen beflissene kinderhände ihren traum vom erwachsensein
unter ihren füßen

die immergleiche erde
mit ihrem
 duft aus kirschkernmehl oder sonnenmais

und wäscheleinenfrisch
die gereinigte luft
im atem dieses sommers
(doch niemand tritt hervor)

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4 Gedanken zu “kindheit

  1. Wunderschön, dieses Gedicht, lieber Ángel.

    Die Farben leuchten, ein Hauch von Melancholie liegt über der Szenerie, über dem Bild von vergangenen Tagen und Stunden eines sommerlichen Glückes, das zuweilen wiederauftauchen und wiederauferstehen mag aus der Vergangenheit – vielleicht ein bisschen ausgebleicht von der Sommersonne vergangener Jahre – und doch unversehrt, leuchtend und wohlbehalten.

    • Wenn das Gedicht die von dir beschriebenen Assoziationen aufrufen kann, dann verneige ich mich vor der Kraft der Poesie. Auch für mich sind diese winzigen, ungewissen Entdeckungen, die sich uns durch Worte schenken, jedes Mal ein Anlass für Demut.
      Herzlichst, Ángel

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