Stundenbuch #5

Die Verluste, die wir erleiden, spiegeln uns mehr als die strahlenden Augen eines vertrauten Menschen. Denn wir sind nichts anderes als der Verlust. Wir vermeiden seinen genauen Namen, und doch schweigen wir ihn mit jeder Silbe, die durch unsere Gedanken rinnt.
Wir leben unsere Existenz schweigend dahin. Die Worte dringen nicht vor bis zu den Worten. Das Uneigentliche der Wahrheit treibt einen unabschließbaren Keil in unser vages Empfinden. Nichts als Verlust ist in der Welt, die wir täglich erblicken. Und mit jedem Tag nähren wir unser eigenes Verschwinden, aus dem die Wahrheit erwächst.

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