Wieder-Holen/Erinnern/Vergessen

Möglicherweise haben unsere Bemühungen, das Vergangene ins Gedicht zu holen, primär das Ziel, etwas zu verschleiern und in die Unklarheit, ja in eine fruchtbare Ambivalenz zu führen.

Denn oftmals scheint sich das Gedicht an das Vergessen zu erinnern, das es benennt, also zugleich an die unausgesprochene Schwierigkeit einer zeitlichen Kontinuität, die als Hypothese der Dialektik von Erinnern und Vergessen fungieren muss.

Oder aber das Gedicht macht uns vergessen, dass es selbst aus Erinnerungen besteht, eine übersteigerte, fiktionale Wieder-Holung des de facto Unwiederholbaren ist, also aus einer neubeschworenen Gegenwart zu uns spricht, die ihre Anbindung an die Vergangenheit durch die erdrückende Präsenz der Schrift verschleiert.

Was aber kann das Gedicht wieder(-)holen als seine eigene, immergleiche Gegenwart, die auf nichts anderes als sich selbst verweist?

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