Einer Freundin zugedacht (III)

Sehr oft habe ich im Rahmen meiner poetischen Arbeit darüber reflektiert, wie das Vergangene, das Unwiederbringliche zu handhaben sei. Immer stieß ich dabei auf die Kunst, auf nichts als die Kunst.
Wenn wir vom Unwiederbringlichen sprechen, gibt es sicherlich graduelle Abstufungen, die in ihrer jeweiligen Ausformung ganz unterschiedliche Anforderungen an uns stellen.
Der Tod ist freilich nicht mit dem Abbruch einer zwischenmenschlichen Beziehung oder dem Ende einer Liebe zu vergleichen. Dennoch scheinen mir die Gedankengänge und Zweifel, die Agonien und Schmerzen in eine ähnliche Richtung zu weisen.
Es ist eine Richtung, die uns mit der erdrückenden Frage konfrontiert, wer wir sind. Und vielleicht ist dies erst der Moment, in welchem die Kunst ihre Geburtsstunde erlebt.

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Ein Gedanke zu “Einer Freundin zugedacht (III)

  1. kluge zeilen, lieber ángel, die tief reichen… ja, die kunst ist /für mich/ weg und mittel zum verarbeiten: zum verknüpfen des vergangenen, was reflektiert werden will, mit dem moment. wenn nicht gar mit dem kommenden? aber da das so ungewiss ist, beschränke ich mich lieber auf das jetzt.
    nein, der tod ist in der tat nicht zur gänze zu vergleichen mit dem abbruch/ ende einer liebe. denn er bedeutet nicht automatisch das ende der liebe. was es auf andere art schwer macht, es zu ertragen. und doch zugleich eine art trost ist. und dennoch geht der verlust in eine ähnliche richtung, ja.
    in meinen gedichten hole ich die vergangenheit (das unwiederbringliche) heran und dichte über dieses hinaus, so jedenfalls mein bestreben ;). es ist wie immer schwer in worte zu fassen, aber genau darum geht es, das ist die kunst, es in worte zu fassen!
    die frage, wer wir sind, ist so denke ich, zu jedem zeitpunkt anders zu begreifen. wir sind immer die-/derjenige, die/ der wir jetzt sind. und zu dem sind wir natürlich geworden. wer wir morgen sind, wer weiß. vielleicht die summe des vergangenen? so viel ist sicher: kunst kann immer nur im „jetzt“ ansetzen. von da aus gilt es zu sondieren.
    was da wieder alles in deinem „zugedachten“ steckt… sehr schön! danke!
    herzlichst,
    diana

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