Vertreibung

Ich lebe
wo die Erde beginnt Salz zu sein
hinter dem ausgestreckten Flüstern der Toten
wo der Mund dürstet an offener Quelle
und sich sättigt mit trockenen Worten
aus Granit und Porphyr
wo die Liebe nicht mehr ist als ein Zucken
der Sonne auf knallrotem Pflasterstein
wo das brüchige Fensterglas einen opaken Schleier
aus Trauer trägt
und man die Mädchen fortjagt
mit ihren stolzen Tüchern aus Gebeinen und Tränen.

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9 Gedanken zu “Vertreibung

  1. hier muss ich doch noch mal schreiben, dass ich dieses gedicht ganz und gar wunderbar finde, lieber ángel. was für bilder! „die liebe … ein zucken der sonne auf knallrotem pflasterstein“ – wow.
    herzlichst,
    diana

  2. Ich lebe
    wo die Erde beginnt Salz zu sein
    hinter dem ausgestreckten Flüstern der Toten
    wo der Mund dürstet an offener Quelle
    und sich sättigt mit trockenen Worten
    aus Granit und Porphyr …

    Zu dürsten an sprudelnder Quelle?
    Wer wollte Dir folgen dorthin?
    Selbst das, was der Steinbeißer
    loslöst aus härtestem Kalk
    wird noch umspült vom Wasser,
    das aus der Quelle geboren.

    bmh

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