Stundenbuch-Projekt #4

Jeden Tag denke ich an die bedeutungslose Stimme meiner Seele. Ich höre mich ihren Namen rufen, während das Nachmittagsdunkel sich zitternd über die Fläche meines Bürozimmers ergießt. Ich sehe, wie die letzten Lichtschleier vom Handgelenk des Lebens brechen. Karg tönen die Minuten auf dem Manuskriptstapel, wenngleich die Uhren seit dem Beginn meiner Existenz schweigen.

Bedeutungsloses Bürozimmer, das mir als Tempel dient! Immerzu trinke ich aus den Kelchen des Verdrusses. Schriften, Gesichter, Fragmente – verwahrt zwischen den krankheitsflimmernden Schaumkronen der Langeweile. – Wie zeitig mich ein vorbeiziehender Vogelschwarm aus dem Kokon des Traumes reißt!Mich, hier!, sitzend am bedeutungslosen Konvolut des Lebens.

In der Dämmerung meines Schreibens überlebe ich mich. Ich, hier!, im zeichenlosen Verwaltungsapparat einer Stadt. Im Erdgeschoss eines abschiedsversunkenen Daseins. Lebendig. Blickend auf die unerhörten Massen, mich spiegelnd im Fensterglas schimmernder Augen. – Doch kein Blick fällt auf mich zurück. Die Gesichter entließen mich aus ihrer Erinnerung.

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