Stundenbuch-Projekt #2

Die Monotonie einer stillen Straße berührt unsere Seele mehr als das überbordende Farbrauschen des Lebens, in welchem wir nur Zaungäste sind. Im Grunde unseres Geistes sind wir uns dessen gewahr, sind wir Asketen und Könige zugleich – wissend um die Fragilität der Einsicht. – Nie ist der Reichtum eines Menschen größer als in der Einöde des Nachmittags, wenn im Sonnenlicht letzte Blütenblätter hinfortwehen, und wir den Atem der Zeit wie ein wortloses Gedicht spüren. Wie schmerzlich hell leuchtet dann die Seele in ihrem Königreich der Askese!

– Könnte man doch zurück zu diesen stillen Straßen der Monotonie…!

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5 Gedanken zu “Stundenbuch-Projekt #2

  1. ach, wie schön, fast schmerzlich schön ist dieses text-fragment.
    ich bin zwar gerade auf einer unbestimmten suche nach einer gewissen „üppigkei“t, aber bei dieser suche lande ich doch immer auch wieder bei einer kargheit, von der im grunde alles ausgeht.
    herzlich,
    diana

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