Elegie [Fragment, 16.03.2011]

Kein volles Licht kann je
Den saumlos Blick durchdringen –:
All die sanften Farben singen nur
Geweiht im stillen Herzen!
Ach, wer nahm vom Rosenstrauch
Die erste Blüte sich, zu kosten
Süßigkeit und frommes Glück?

[…]

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7 Gedanken zu “Elegie [Fragment, 16.03.2011]

    • Die Ambivalenz dieser Pflanzenart ist Ihnen offensichtlich nicht bewusst, genau wie deren poetische Thematisierung. Dennoch: Auch ein kritischer Kommentar hat seine Berechtigung. Wenn Ihnen die Lektüre ein Lachen abverlangte, dann soll dies eben so sein.

      Grüße,
      A.M. Perezáno

      • Danke für die Antwort, die mich überrascht und gefreut hat. Nein, hab selbst die Rose oft thematisiert, weil ich mich der romantischen Tradition verpflichtet fühle und immer wieder betone, dass keine Liebe ohne Schmerz möglich ist. Die Romantik und besonders die Spätromantik ist es, die wir rüber retten wollen in unsere kalte Zeit. Wir sollten eine Brücke schlagen zwischen den Zeiten: Das Alte und Hergebrachte mit dem Neuen verbinden.

        Ihr Stil ist es, der mir ein Lachen abverlangt, nicht das Bild an sich. Ihr Stil klingt so gestelzt, so erhaben, so altbacken aber auch. „Geweiht im stillen Herzen!“, „Süßigkeit und frommes Glück?“ Zugegeben, die Romantiker waren oftmals der Kirche verpflichtet, waren Pfarrer oder entstammten Kirchenhaushalten. Selbst die Eltern des späteren Neuromantikers Hesse waren Missionare: „Geweiht“, „fromm“ das sind eben die Worte, die heute etwas obsolet klingen.

        Und wieviele Gedichte gibt es, die sich durch das Wort „Stille“ aufwerten? Man baut nur die „Stille“ in die Architektur seines Poems und schon bekommt das Gedicht etwas Getragenes, Vergeistigtes, ja fast Heiliges. Ich kenn Blogdichter, die leben von diesem Wort und schreiben kein Poem ohne die Stille irgendwo zu benutzen .. Natürlich denkt man dann: „Aha, der Poet hat seinen Rilke gut verinnerlicht.“ Und da sind wir wieder bei Elegien und wissen aus welcher Richtung der Vogel sein Lied pfeift .. 😉

        Frohes neues Jahr 🙂

      • Ich danke für Ihre kurze, doch gleichermaßen profunde Darstellung, die einen wichtigen Kontext eröffnet: Ganz recht, es gilt in der heutigen Zeit, das Romantische nicht gänzlich zu stigmatisieren und es, in einer adäquaten Weise, mit dem Zeitgemäßen zu vereinbaren.

        Auch zum Problem der „Stille“ pflichte ich Ihnen bei: Oftmals dient sie lediglich dazu, dem Gedicht eine Scheinlegitimation zu verleihen. Gut, dass Sie hierbei explizit auf Rilke und die Elegien verweisen. (Vielleicht sind die große Mehrzahl der Rilkeschen Dichtungen Allegorien der Stille…)

  1. PS: Wollte nochmals betonen, dass es mir imponiert hat, dass sie meine Häme von vor Neujahr so gefasst nehmen und so ruhig darauf reagieren. Das zeigt mir, dass sie doch ein großer Mensch sind, denn ich provoziere sehr gerne, allein um die Reaktion zu sehen und ich hab mir dadurch viele Feinde erworben. Die meisten Menschen reagieren sehr ungehalten oder mit Anwürfen. Ich muss hier wohl tiefer in die Materie einsteigen und bei Zeit und Muse mehr lesen. Ich glaube, sie sind es wert, geehrter Herr A.M. Perezáno

    Lieben Gruß, Sven 🙂

    • Lieber Sven,
      Sie wissen, dass ein kritischer Geist weitaus fruchtbarer ist als ein kategorisch affirmativer. Unter diesem Blickwinkel erschien mir Ihre Kritik durchaus willkommen, rief sie doch den Dichter dazu auf, sein Werk noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.
      Man darf eine Kritik am Werk (speziell dem reinen „opus“) nicht als eine persönliche auffassen. Gerade uns Lyrikern fällt dies jedoch schwer, zuweilen ist uns jene notwendige Unterscheidung schlichtweg unmöglich. Verletzter Stolz und Groll taugen jedoch denkbar schlecht als adäquater Maßstab der Beurteilung.

      Gern lade ich Sie ein, mich via E-Mail zu kontaktieren, um einen kritischen Briefwechsel zu initiieren. Die Adresse können Sie meinem Impressum entnehmen.

      Ich danke für Ihr Interesse und verbleibe mit besten Wünschen für das neue Jahr.

      Ihr A.M. Perezáno

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