Aporie

Man dürfte die Literatur, um sie als gelungen zu bezeichnen, gar nicht erst beginnen.
Weil der Beginn das Versagen vorwegnimmt, muss er vermieden werden.
Schreiben heißt nicht-schreiben, darum das Ringen um den Ton, darum das Sehen-Lernen.

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3 Gedanken zu “Aporie

  1. Doch, Du musst beginnen, man muss beginnen, und jeden Tag aufs Neue…
    Angesichts zu hoher Ansprüche kann man nur versagen, aber alles Versagen ist relativ.
    Versage Dir eines nicht: zu schreiben!
    Schreibe, und schreibe weiter, schreibe Dich ein in die Diskurse unserer Zeit,
    denke, während Du schreibst und davor und danach nicht nach über Erfolge,
    alle Erfolge sind relativ, aber der größte Erfolg ist der, Dich selbst zu überwinden
    und Deinen inneren Zensor zu überlisten, wieder und wieder aufs Neue,
    indem Du einfach nur schreibst. Nichts anderes ist vonnöten, willst Du schlimmeren Nöten
    entgehen – der der andauernden Sprachlosigkeit beispielsweise –
    Du als Wortmensch kannst Dir diese nicht leisten, also verabschieden wir uns
    von jedem Leistungsgedanken, lassen unseren Gedanken freien Lauf –
    und schreiben!

    • Nun, dieser Aphorismus war nicht zwangsläufig auf mich als Schreibenden bezogen, sondern als eine intertextuelle Schnittstelle zu einer Passage aus Pessoas „Buch der Unruhe“ konzipiert. – Vielleicht hätte ich dies ergänzen sollen, um den unpersönlichen Charakter der Darstellungen zu akzentuieren.
      Was du hier schreibst, liebe Hannah, verfügt dennoch über eine Berechtigung. Wir hatten diese Problematik ja bereits brieflich erörtert. – Den grundsätzlichen Relativismusgedanken teile ich allerdings nicht.

  2. Lieber Ángel,
    Du findest also nicht, dass Versagen und Erfolg relativ sind?
    Woran misst Du denn Dein Versagen und Deinen Erfolg?
    Die Anzahl der likes, der Kommentare, der verkauften Bücher?
    Sicherlich nicht. Mißt Du Deinen Erfolg also daran, ob Du jemandes Ansprüchen genügst?
    Und wessen Ansprüche könnten das sein? Die irgendwelcher Kritiker?
    Da wird aber der eine hü sagen und der andere hott. Und beide mögen klug sein.
    Und Deine eigenen Ansprüche? Ändern die sich nicht von Tag zu Tag?
    Wie beurteilst Du das, was Du gestern geschrieben hast, heute? Und Morgen?
    Hatte Kafka Deiner Meinung nach Erfolg? Und hatte er wohl das Gefühl,
    Erfolg zu haben? Wenn Schönheit nicht im Auge des Betrachters liegt, wo liegt sie dann?
    Welche objektiven Kritierien für Kunst gibt es denn, Deiner Meinung nach?
    Liebe Grüße, Hannah

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