Stillleben des Schriftraums #4

Auf dem Dach des Winters halte ich inne. Die Lippen haben den Frost noch nicht abgeworfen. Leise zaudere ich, lasse das Licht für einen Moment durch meine Augen fallen, schlafe stumm im Tagwind des Geistes. Meine Gefühle tragen das Emblem der Zeit, schleifen atemlos über das Laub. Gerade ging ein Vogel über die Silben und begann seinen Tanz. Die Stadt ist indes zu einem Text geronnen. Ich lese die Stundenbücher meiner Epoche. Zuweilen fokussiert die Linse ein Flüstern; Düfte von Elend, Pest, Liebe. Neben dem brüchigen Schornstein liegen farblose Bilder. Den Sommer und das Licht haben sie wortlos veräußert.

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