Stillleben des Schriftraums #1

An den Häusern las man ja immer schon die Bilder und Chiffren. Da bildet Paris keine Ausnahme. Es geht mir also um den Raum, den die Bilder zum Atmen brauchen. Man kann ihnen nicht das Licht nehmen, oder spätabends zu ihnen zurückkehren, im Tagebuch Rosen züchten ohne den Staub der Sonne. Viel diffuser ist dieser Ort, an dem man liest. Er liegt zwischen Auge und Silbe, stets ausgebreitet, doch unberührbar. Man hält ihn deswegen auch für weniger wahr. Man meint: das Ich und die Stadt – das seien verschiedene Größen. Man hat sich, wenn mir dies gestattet sei, schon immer ein wenig getäuscht mit den Urteilen und Reden.

[…]

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2 Gedanken zu “Stillleben des Schriftraums #1

  1. Der Raum zwischen Auge und Silbe … sehr schön! Überhaupt ist dieses kleine Stillleben sehr schön und anregend geschrieben. Die „Bilder“ wandeln sich „im Atem des Betrachters“.

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