Sprachwissenschaftliche Überlegungen III

Erst in der poetischen Sprache verwirklicht sich in praxi die „Totalität“ des Kodes, über den der Mensch verfügt. In dieser Perspektive offenbart sich die literarische Praxis als Erforschung und Entdeckung der Möglichkeiten der Sprache: als Tätigkeit, die den Menschen von gewissen linguistischen, psychischen, gesellschaftlichen Rastern befreit, als Dynamik, die die Trägheit der Sprachgewohnheiten sprengt […]
Die poetische Sprache ist eine Dyade, die sowohl das Gesetz (der Normalsprache) als auch dessen (für den poetischen Text spezifische) Zerstörung umfasst.

 

Julia Kristeva, »Zu einer Semiologie der Paragramme«, S.168
in »Strukturalismus als interpretatives Verfahren«, Hrsg. Helga Gallas, Luchterhand Verlag, Darmstadt, 1972

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