Das Gedächtnis der Welt

(Wellen steigen aus dem Unterbewusstsein auf. Der Zyklus bricht nicht ab.) Während ich dem Papier meine Worte gebe, fälschen sich winzige Impulse in mir, und es ist nicht möglich, an jener Stelle fortzufahren, derer ich meine volle Konzentration zu widmen gedachte. Willkürliche Korrespondenz der Nervenstränge. Über das Blau der Federn lässt sich jetzt keine Aussage mehr treffen. Es gibt jetzt keinen Ansatz mehr, die großen, von Wasser genährten Schwäne zu Hütern der Winde zu erklären. Ich exhumiere die Nacht aus Prismen, deren Finger das Licht verkosten. Sorgsam balancieren die aufsteigenden Bilder; sie tasten entlang der Stirn, auf der sich nichts regt als die Last eines Denkvorgangs. Und man könnte die leise Wärme vergleichen mit den Geräuschen, die eine Perlenkette macht, wenn man seine Träume daran zu hängen versucht. Es gelingt nur den wenigsten von uns. Denn wir schlafen zu selten, als dass sich diese gläsernen Tropfen reinster Erfahrung von uns archivieren ließen. Sie sind wie die Kinder, deren Furcht dem Endgültigen gilt. Das Mögliche hingegen ist ihnen wahres Dasein.
Ich spare an Vokalen, an Konjunktionen. Denn welchen Bezug haben diese Dinge schon? Ich glaube, dass jede Abschrift ohnehin zwecklos bleibt. Wir führen das Schwarzblau einer Feder über die Blattzwischenräume hinweg. Wir bemerken unser Schreiben meist nicht. Die Deformation des Eigentlichen. Und die Küsse zweier Paradigmen verkümmern hinter unseren Bewegungen.

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3 Gedanken zu “Das Gedächtnis der Welt

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