Fragment 25|1.

Ich weiß heute immer noch nicht, wer ich wirklich bin. Ich kenne nur meine Rollen. Aber vielleicht ist die Frage nach meinem eigentlichen Ich eine leere Frage. Sie existiert nicht unabhängig von einem selbstreferentiellen Bewusstsein. Sie existiert nur in einem materiellen Kosmos, der uns vortäuscht, alles kenne eine stabile Form. Das Ich scheitert an seinem Zerbrochen-Sein. Es zu vervollkommnen hieße, den Sinn des Lebens falsch verstanden zu haben.

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Ein Gedanke zu “Fragment 25|1.

  1. Ich könnte an so vielen Orten Ihres Sagen einen Ansatz zum Gespräch mit Ihnen öffnen, heute will ich es einmal hier tun.
    Das Ich kann sich nicht finden in einem selbst referentiellen Abgleich gegen ein wie auch immer geartetes Aussen. Auch die selbst referentiellen Prozesse innerhalb des eigenen Innenlebens, das sich selbst Besinnen sind letztlich Abgleiche gegen ein Aussen, weil im Blick auf einen inneren, von mir abgerückten Spiegel gesehen. So fruchtbar solche Prozesse sein können, so können sie dennoch scheitern, wenn das Ich im Anschauen seiner selbst hängen bleibt, sich nicht erkraften kann in einem sich selbst bezeugenden schöpferischen Prozess. Nur in einem derartigen Prozess kann es sich zur Erscheinung bringen, um gleichsam zu verlöschen, in den Hintergrund vorläufigen nicht Erreichens zu treten, wenn der schöpferische Prozess an ein Ende gelangt oder abgebrochen wird. Das Ich lebt also aus der schöpferischen Spannung heraus, aus der Unmittelbarkeit erlebenden sich Bewegens. Das Ich ist somit eine Potentialität und tritt nur insoweit in Erscheinung, als seine Potentialität sich in schöpferischem Tätig Sein zur Entfaltung bringt. Andernfalls ist es nicht und das Ego übernimmt die Aufgabe eines Platzhalters, einer Stellvertreterschaft bis das Ich wieder in seine Kraft erwachen darf und kann. Das Ego ist es auch, das es so über aus gut versteht über unser Innenleben die Illusion auszubreiten, das Ich bedürfe der Vervollkommnung. Nein. Das Ich ist Kraft seiner schöpferischen Potenz vollkommen. Diese Potenz zu entfalten bedarf es des Mutes. Es ist letztlich wie ein Gang über das Wasser oder auch ein sich in der Bewegung selber den Grund zu schaffen über den, auf dem ich gehe.
    So in Bewegung weiss ich wer ich bin.

    Bernhard Albrecht

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