Briefliche Gedanken Dez.4

I)
Der Glaube garantiert und konstituiert, als ein notwendiges kulturelles Gut,
 unsere Menschenwürde. Diese unabdingbare, kategorisch gültige Autonomie
 verlangt quasi danach, dass wir stets bestrebt sind, uns frei
 und progressiv zu entfalten, sprich: eine Selbstkultivierung vorzunehmen,
 die über jeden gesellschaftsspezifischen Rahmen hinausgeht
 und unsere Überzeugungen - gebunden an eben jene
 Konfession - reflektiert sowie nachdrücklich expliziert.

II)
Ja! Ich meine, dass es sich der Dichter mit seinem Werk
 so schwer wie nur irgend möglich machen muss!
 Er muss sich selbst überwinden! –
 Er muss seine Hülle von sich werfen und in aller Nacktheit
 hinaustreten aus seinem Studierzimmer.
 Er leitet seine persönliche Neugeburt
 im Reigen der Verse ein und übersteigt stets
 seinen Ausgangspunkt. Er wirft den Besitz von sich
 und tritt blind in das Land seiner Gedanken.
 Wie sollte er seine Schritte auch wissen?
 Nur wenn ein Dichter als Mittelloser vor euch steht,
 geläutert durch den Prozess des Schaffens,
 und sich selbst überwunden - der Lüge enthoben - hat,
 tat er wohl in seinem Handeln.

______________________________________________
Dies sind rein subjektive Überlegungen ohne allgemeingültigen Wahrheitsanspruch.

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