Albatros

Ich habe erlebt, dass wir einsam sterben – Engel -; fast unsichtbar für die Außenwelt, 
und dass uns, wenn wir danach trachten zu sprechen, keine Worte mehr bleiben.
 Ringsum weicht die Schwere aus menschlichen Poren, vielleicht regnet es schon.
 Oder es ist bloß die Musik der Lippen: die Rhythmen, die Bewegungen eines Körpers.
 Die blaue Musik der Großstadt, zwischen Beeren und Staub, zwischen Silben; tanzend.
 Sei unbesorgt, mein Engel. Die Nacht ist arbiträr, wenn du liebst.
 Ich kam nicht dazu, dir zu sagen, dass jeder Satz aus deinem Mund Überfluss ist. 
O verschwende dich nicht, Liebes! Hör die Musik an den gebeugten Säumen der Nacht.
 Hör die auffliegenden Vögel im Morgenlicht, die Früchte der Sommerwende.
 Wenn du das Rauschen meines Körpers suchst, sei unbesorgt. Ich habe mich längst an das Leben verschenkt, 
Liebes. Du wirst daran nichts ändern mit deinen Kirschlippen. Mit deinen festen,
 blühenden Augen. Denn ich bin selbst die Musik. Ich bin die Anordnung schwerer Noten.
 Es genügt nicht, wenn du jetzt ein Wort zu mir trägst. Ich bin zu flüchtig, als dass
 ich es hielte. Nein, es genügt nicht zu sprechen. Es genügt nicht zu lieben – Engel – . Vielleicht weiß der Regen noch von dir, und weiß deinen Rhythmus wie ein Gedicht.

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