Wolkenabrisse

Ich habe ein Gefühl vom Abschied des Winters in mir. Wie groß war dieser durchleuchtende Splitter unsagbarer Kälte, – dieser Herr asketischer Strenge… Mir entfiel sein Stachel für lange Tage; Monate, die ich voll Bange überwand.
Früh begann der Dezember. Das Rieseln samtener Körper in meinem Tagebuch. Ungezählte Abendstunden an den wärmenden Stellen eines Kamins. Mir schien, als sei all dies nur ein schmaler Faden des noch vor mir Liegenden, eine mild dargebotene Hand, deren Sanftheit mir ein Tuch wurde.
Wie oft schritten wir in den dunkelsten Gassen umher, zogen unsere Wanderstiefel an, um das beheizte Zimmer hinter uns zu lassen. Seltsam, das Gewonnene plötzlich einzutauschen. Das Abenteuer zu wählen, welches wir kaum überstehen.
Dir bleibt noch Zeit. Jedes Jahr ist ein weiterer Winter, der in dein Gemüt blickt. Kein Jahr soll dir ein Sommer sein, du verdürbest bloß am ausschweifenden Genuss des Nicht-tragen-Müssens…

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