Toxine der Zeit.

Unter den Eintragungen vom 14. November ’82
steht mein Name in kursiven Lettern.
Die Bibliothek ist mein Sterbebett. Letzte Atemzüge geschehen.
Aus einem fiorentinischen Prosamanuskript fallen Skulpturen, weit in die kalte Vormittagsluft hinaus.
Meine Füße sind von Gesteinsresten umgeben. Ich schmecke den Schweiß eines alten Bildhauers, eines ewig entfernten Künstlers, dessen zerfallene Hände die Gravitation mindern. Er schweigt, solange man ihn anblickt.

Die Besucher des Lesesaals tasten sich entlang meiner Schulter. Vielleicht bin ich das karge Lampendämmern, das Innen- und Außenwelt trennt. Wir alle sind plötzlich separiert. In unsere Schatten stellt man seidene Maschinen.
Wir haben die Februarstunden eingetauscht. Das zweite Aufleben des Herzens: als flanierte man durch die Florenzer Altstadt. Hier: ein seelenbereinigtes Gefühl. Etwas Anfassbares. Du nennst es „la vérité“.
Währenddessen gieße ich die steinerne Umschlagseite eines Buches in mein Gedächtnis. Schwarze Nummerierungen zieren den Einband meiner Sehnsucht.
Das Porträt eines Dichters überflutet die Stille.
Meine Sinne ordnen den Raum anhand fiktiver Dimensionen. Ich beginne, mich neu zu formulieren: Quadratur der Vergänglichkeit.

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