Lebensjahre.

Meine Einsamkeit wächst dem Dunkel des Abends entgegen, dessen sinnlicher Körper du bist. Ich halte deinen Torso wie das erste Laubblatt im Herbst; balanciere den Wind aus, der meine Zehenspitzen erfasst. Alles wird lautlos.
Das Brennen erkalteter Knochen auf den Boulevards: Menschen, deren Glieder sich mit Asphalt vermischen.
Im Zwischenraum ausgetrunkener Stadtbrunnen verbleibt ein filigranes Windspiel. Vielleicht die Metamorphose einer Orgel in meinem Herzen.

Mein Schatten durchstreift seidene Räume: An deinen schmalen Hals gelehnt … nächtelang durch die vergänglichen Tore des Lebens.
Und wir spüren das Rascheln eines feuerfarbenen Winters. Die überlaufenden Wangen eines weiteren Frühlings, der uns zu sich nimmt.
Dein klarer Teint. Die blonden, im Sonnenschein rauschenden Haare. Damals: Das Wasser junger Lippen. Küsse ins Morgenrot.
Ich lasse die schweren Glieder ins Bett eines Flusses gleiten. Du jedoch schläfst bereits…

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2 Gedanken zu “Lebensjahre.

  1. Dein Stil gefällt mir. Ich beginne, mich an ihn zu gewöhnen. So mancher Satz regt meine Fantasie an und wird in ein Gedicht münden. Ich bediene mich ungeniert :-).

    Herzliche Grüße
    Barbara

  2. Wunderschöne Betrachtungen zu später Stunde, jedoch am letzten Satz bleibt leider alles hängen, – …der könnte auch von mir sein.

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