Raumbild nach null.

Nebel taucht auf. Du trittst vors Haus. In dein Inneres.
Weizenkeime, lieblos in den Boden gesteckt. Es könnte dein Heimatdorf sein.
Du hast Länder bereist, Orte im Himmel. Farben an deinen zerrissenen Mänteln: wie das Nachklingen einer Zithermelodie. Stoffe aus samtenen Maschen. Ein Mann, der die Blicke ausgibt, die man ihm überließ.
Sie meinen, du kehrtest heim. Im Kamin knistert das Holz einer
vor Jahren gefällten Buche. Überalterte Mimik.
In der Ferne ein Bahnhof, dessen Lichter den Regen waschen. Gelegentlich das Rauschen der Gleisbette, wenn ein Verstorbener die Luft umgräbt.
Du verstehst jedes Wort. Jedes entfernte Flüstern ist ein Teil von dir. Du weißt, wie die Silben des Regens schmecken, wenn sie deine Zunge berühren. Fang das Weiß der Nacht ein. Jeden Vokal.
Die Seiten deines Tagebuchs sind Chimären, die das Licht verdunkeln.
Hinter den Sonnenstrahlen wartet ein neues Leben.

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One thought on “Raumbild nach null.

  1. Diese Ode an den Wandel empfinde ich persönlich als einen Entscheidenden Durchbruch in Deiner Schreibkunst. Es mag vielleicht micht perfekt sein; wunderbar ist es allemal.

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