Makroskopie.

Die Tränen gehen mir nicht mehr aus dem Sinn. Vermehrte Facetten, fortlaufend ins Unmittelbare. Verschlossen bleiben alle Dinge, die du erblickst. Es fühlt sich wie ein permanenter Winter an. Eisverhangene Bilder, die ins Leere münden. Keine Fenster ringsum, die dich schützen. Dein Bett: gehoben aus den Fäden der Nacht. Gehalten von aufströmender Luft. Ihre Kälte überdeckt die müden Augen.
Langsam steigen Halme in den Vorgarten. Du entziehst ihnen das Schwarz. Machst sie weicher, redlicher.
Zuweilen sinken wir. Dann sind Blätter wie unsere Brüder: warm, vertraut, als würden ihre Stimmen zu uns sprechen. Zuletzt aber schlafen sie, tun es lang und immerfort.

Von den Dächern löst sich frostbeladenes Orange. Man sieht vereinzelt Häuser; still, in ungeformter Struktur. Bisweilen trennen Konturen den Raum. Man flüstert in den Morgen. Atemlos. Niemand, der jetzt schliefe.
Gesondert flimmern Mollklänge durch tote Sträucher. Den Augen mehr Gelb hinzufügend. In den Vorhöfen klirren Menschen, Körper. Ich zähle sie nicht. Stattdessen fahren meine Finger über die Kanten der Nacht. Unverbranntes Blut: die abgefallenen Verse – dahinter der Horizont.
Du nahmst alles Blau aus den Gefäßen, die meine Seele enthielten. Nahmst ihnen das Weiß, nahmst ihnen das Grün. Heute nur das Morgenrot glimmender Wintertage. Aufgereiht an Schnuren der Wiederkehr.

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