Momentum.

Aus meinem Beeindruckt-Sein ergab sich, dass ihre Lippen schwiegen. Eine kaum wahrnehmbare Mulde hatte sich zwischen sie gesetzt, ein glimmender Lichtspalt, der bald heller strahlte. Unsere Augen trugen sich indes fort.
Widerhallende Pulsschläge ebbten ab, verloren an Intensität. In gestaltlosen Nachtbildnissen waren alle Schritte gefroren. Aus ihrem Mund drang wärmende Luft an meine Wangen, innigere Küsse, die meinen Sinn rasch verließen. Vereinzelte Laternen loteten Räume aus – und waren wortlos. Ihre Stimme stand mit azurnen Gestaden in den Nachtgrund geschrieben, die aus meinem Innern wuchsen.
Über kargen Wipfeln zogen Silberwolken in den Morgen. An ihren Säumen die Worte geteilter Augenblicke.
Einzig das untragbare Erwachen blieb und stand in allen Fenstern, deren Scheiben von weißen Frostornamenten überwoben in den Winter fielen. Sie war längst fort; rascher als alle wärmenden Zärtlichkeiten vergingen. Aus meinen Träumen geborgen: vielleicht ihr bordeauxfarbenes Halstuch, welches ich in den späten Dezember hielt und vergaß…

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