Ein Herbstporträt.

Durch die Weiten segelnde Drachen malen schweifende Fahnen in den Nachmittagshimmel. Geöffnete Münder, hinter denen von Zeit zu Zeit ein Aufschrei gebiert: Dann verstummt die Szenerie wieder. Goldene Halme wiegen sich friedlich im Feld. Über den kahlen Apfelbäumen schimmern die Wolken. Bald schon besinnt sich hier das neue Jahr. Mit frischeren Winden, leuchtenderen Farben. Regungslos wachen die rostigen Zäune am Horizont.
Auf milden Böen schwingen sich die lieben Freunde. Ihnen ist’s, als wäre die Zeit nur welkes Laub, das grüner wiederkehrt, wenn man es früh im März herbeiriefe. Alle Befindlichkeiten sind ihnen fremd und ungewohnt. Man könnte ihren Namen nicht nennen. Nur auf Bildern glänzen ihre wilden, roten Zungen zuweilen. Von Bild zu Bild werden ihre Mienen voller und prächtiger und reichen heran an die Herzen ihrer Lenker. In ihren Seelen reift, mit jedem neuen Schwung, das Lachen. Wie feurig sich der Kinder Augen dann entfachen, – eingewoben in die Jahreszeitenmelodie.
Kränze flechten sie ins blonde Haar, von den Wiesen nehmen sie der Blumen schönste. Der Erde selig Braun, verschlossen in Kastanienkörpern: Ihnen ist’s noch wunderbar. Als ginge ein jeder Farbenklang hervor von den Saiten ihrer bebenden Herzen. Dann und wann sind ihre Drachen fern: gehoben in das luftige Meer. Und doch steht jedes Steigen, jedes Fallen längst in ihrem ungetrübten Sinn geschrieben. Wie könnten sie’s wissen, wo ihnen Worte nur Schemen sind…

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