Inventur.

Die Fontänen waren schon abgestellt.
Über den Dächern aufgetürmt lagen die Wolken. Langsam stiegen aus dem Dunkel die Laternenlichter. Seidener Schnee säumte die Wege hinab ins Zentrum. Einige Menschen: zu Gruppen aufgereiht wie an Perlenketten, einander abgewandt, Liebende, und manch Einsamer. Dies waren Dezembertage, wie man sie im Heimischen verbringen mochte. Abgekehrt von den anderen, dem Vergehen nur vage vom Fenster aus beiwohnend.
Die Filmvorführungen dauerten schon bis in die Nacht. Dann brandete Wind auf, die Dachrinnen mit Regenwasser auffüllend. Alles drang in die Nacht… Da waren noch Lichter am Häuserrand. Stille auslotend. Es war einsam geworden. In die Stille schlugen gehetzte Krähen, deren Flügel keine Luft mehr fingen. Nach draußen führten nur die Fensterscheiben. Das Glas war im Mondlicht so matt geworden, dass im kleinsten Kreise ein Lichtspiegel stand, der die Bücher im Regal fokussierte, die glimmende Kerze auf dem Piano, Manuskripte, Briefe, den schmiegsamen Klang der Musik, welcher durch die Dinge ging.
Dann ruhte alles und war wie Meere, deren Wellen stillstehen.

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